Die Nutzung von Solarenergie boomt in Hannover und den Umlandgemeinden wie Garbsen, Neustadt, Wunstorf und Sehnde. Auf immer mehr Dächern von Einfamilienhäusern und Gewerbehallen sind Photovoltaik- und Solarthermieanlagen installiert. Die Module sind rund um die Uhr der Witterung ausgesetzt. Doch im Laufe der Zeit bildet sich ein schleichender Schmutzfilm aus Rußpartikeln (insbesondere nahe der Autobahnen A2 und A7), landwirtschaftlichem Staub, klebrigen Pollen, Vogelkot und im schlimmsten Fall Flechten und Moos an den Rändern. Viele Anlagenbesitzer glauben, dass der Regen die Module ausreichend reinigt. Das ist ein Trugschluss. Wir zeigen Ihnen, warum eine professionelle Reinigung den Ertrag Ihrer Anlage sichert.
1. Leistungsverlust durch verschmutzte Solarmodule
Staub und Dreck wirken auf Solarmodulen wie eine permanente Verschattung. Lichtstrahlen werden abgelenkt oder blockiert, wodurch die Solarzellen weniger Energie aufnehmen können. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass verschmutzte Solaranlagen bis zu 15 % und in extremen Fällen (z. B. in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben oder vielbefahrenen Straßen) bis zu 25 % weniger Strom produzieren. Da der Regen die Module zwar abspült, aber hartnäckigen Dreck wie Vogelkot oder klebrigen Ruß nicht entfernt, baut sich die Schmutzschicht Jahr für Jahr weiter auf. Besonders am unteren Rahmen sammelt sich Dreck, der zu Moosbildung führt und die Zellen dauerhaft beschatten kann (Hotspots), was die Lebensdauer der Module verkürzt.
2. Schonende Reinigung mit Reinwasser (Osmose-Technik)
Bei der Reinigung von Solaranlagen müssen strenge Regeln eingehalten werden, um die empfindliche Technik nicht zu beschädigen. Verwenden Sie niemals normales Leitungswasser: In der Region Hannover ist das Wasser sehr kalkhaltig. Trocknet das Wasser auf den heißen Modulen, entstehen weiße Kalkflecken, die den Ertrag noch weiter mindern. Zudem dürfen keine Hochdruckreiniger oder aggressiven Chemikalien verwendet werden, da diese die Antireflex-Beschichtung des Solarglases und die Rahmendichtungen zerstören. Professionelle Solarreiniger setzen weiche, rotierende Bürsten an Teleskopstangen und kalkfreies Reinwasser ein. Das schont die Module und sorgt für eine rückstandsfreie, ökologische Sauberkeit.
3. Wann lohnt sich die Reinigung finanziell?
Ob sich eine Reinigung lohnt, hängt von der Neigung der Module und den Umwelteinflüssen ab. Anlagen mit einem flachen Neigungswinkel (unter 15 Grad) haben keinen ausreichenden Selbstreinigungseffekt und sollten alle zwei Jahre gereinigt werden. Bei steileren Dächern in Wohngebieten reicht meist ein Rhythmus von drei bis vier Jahren. Eine professionelle Reinigung amortisiert sich schnell: Wenn eine PV-Anlage durch Verschmutzung jährlich 10 % weniger Strom erzeugt, entspricht dies bei einer durchschnittlichen 10 kWp-Anlage einem spürbaren finanziellen Verlust. Die Kosten für die Reinigung sind steuerlich als Handwerkerleistung absetzbar, was die Wirtschaftlichkeit zusätzlich verbessert.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann man die Solaranlage selbst reinigen?
Aufgrund der Rutschgefahr auf Dächern und des Risikos, die Module durch falsche Reinigung (z. B. Verkratzen mit Schwämmen, Kalkflecken durch Leitungswasser) zu beschädigen, wird dringend empfohlen, einen Fachbetrieb zu beauftragen.
Reicht der Selbstreinigungseffekt durch Regen nicht aus?
Nein, Regen wäscht nur losen Staub ab. Klebrige Pollen, Rußfilme und eingebrannter Vogelkot bleiben auf dem Glas haften und erfordern eine mechanische Reinigung.
Zu welcher Jahreszeit sollte die Solarreinigung durchgeführt werden?
Der ideale Zeitpunkt ist das Frühjahr (April/Mai), damit die Module während der sonnenreichen Sommermonate mit maximaler Effizienz arbeiten können.