Die moderne Architektur in der Landeshauptstadt Hannover setzt auf Transparenz und Helligkeit. Markante Bürokomplexe wie das ikonische Nord/LB-Gebäude am Aegidientorplatz, die VHV-Zentrale an der Vahrenwalder Straße oder die modernen Bauten im Expo-Park bestechen durch riesige, architektonisch anspruchsvolle Glasfassaden. Die Reinigung dieser gigantischen Flächen in schwindelerregender Höhe ist eine logistische und technische Meisterleistung. Hierbei stehen maximale Effizienz und der Schutz der Mitarbeiter an erster Stelle. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Methoden die Clean-Window-Profis arbeiten und wie wir die strengen Sicherheitsvorschriften in der Praxis umsetzen.

1. Zugangstechniken: Hubsteiger, Fassadenlifte und Industrieklettern

Je nach Gebäudegeometrie und Höhe kommen unterschiedliche Zugangssysteme zum Einsatz. Für Gebäude mittlerer Höhe (bis ca. 20-30 Meter) sind Lkw-Arbeitsbühnen (Hubsteiger) die flexibelste Lösung. Sie ermöglichen ein schnelles und sicheres Erreichen aller Glasflächen. Bei Hochhäusern mit integrierten Schienensystemen auf dem Dach nutzen wir fahrbare Fassadenbefahrungungsanlagen (Gondeln). Ist der Zugang mit schweren Maschinen unmöglich oder die Architektur sehr verwinkelt, schlägt die Stunde der Industriekletterer (Seilzugangstechnik). Diese speziell ausgebildeten Höhenarbeiter seilen sich direkt vom Dach ab. Das spart teure Rüstkosten und schont die Außenanlagen des Gebäudes. Im bodennahen Bereich bis 20 Meter Höhe setzen wir zudem wasserführende Teleskopstangen ein, was das Unfallrisiko drastisch senkt, da vom Boden aus gearbeitet wird.

2. Strenge Sicherheitsvorschriften nach BG-Richtlinien (TRBS 2121)

Arbeiten in der Höhe gehören zu den gefährlichsten Tätigkeiten im Handwerk. Deshalb gelten in Deutschland und Hannover extrem strenge Sicherheitsvorschriften der Berufsgenossenschaften, insbesondere die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 2121). Jedes Projekt erfordert vorab eine detaillierte Gefährdungsbeurteilung. Alle eingesetzten Mitarbeiter müssen für die Arbeit im Korb oder am Seil zertifiziert sein und regelmäßig an Rettungsübungen teilnehmen. Die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) wird täglich auf Mängel geprüft. Zudem müssen Arbeitsbereiche am Boden abgesperrt werden, um Passanten vor herabfallenden Gegenständen zu schützen. Bei Windstärken ab 10 m/s (ca. Windstärke 5) oder bei aufziehendem Gewitter müssen Höhenarbeiten aus Sicherheitsgründen sofort eingestellt werden.

3. Wirtschaftlichkeit durch moderne Reinigungstechnologie

Neben der Sicherheit spielt die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle für Gebäudebetreiber. Die klassische Reinigung mit Einwascher und Abzieher ist in großen Höhen extrem zeitintensiv. Moderne Reinigungsbetriebe setzen deshalb auch bei Fassaden auf das Reinwasser-Verfahren. Das entmineralisierte Wasser löst den Schmutz schnell und trocknet ohne Rückstände ab, was die Arbeitszeit um bis zu 50 % verkürzt. Da keine chemischen Reinigungsmittel benötigt werden, entfällt das aufwendige Auffangen des Abwassers – das ablaufende Wasser ist reines Wasser und belastet die Umwelt nicht. Dies schont das Budget der Unternehmen in Hannover und schützt die umliegenden Grünflächen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was ist Industrieklettern bei der Glasreinigung?

Industriekletterer nutzen spezielle Seilzugangstechniken, um sich an Fassaden abzuseilen. Sie sind flexibel einsetzbar, benötigen keine schweren Maschinen und eignen sich hervorragend für schwer zugängliche Architekturen in Hannover.

Müssen Gehwege für die Fassadenreinigung gesperrt werden?

Wenn Hubsteiger im öffentlichen Verkehrsraum aufgestellt werden oder die Gefahr besteht, dass Gegenstände auf den Gehweg fallen, müssen vorab Genehmigungen bei der Stadt Hannover eingeholt und der Bereich abgesperrt werden.

Wie wetterabhängig ist die Reinigung von Glasfassaden?

Sehr wetterabhängig. Bei starkem Wind, Frost (Gefriergefahr auf dem Glas) oder Regen können Höhenarbeiten nicht durchgeführt werden, da die Rutsch- und Unfallgefahr für die Mitarbeiter zu hoch ist.